Vereinschronik

Die Vereinschronik

1920

Die Bemühungen, in Westheim einen Schützenverein zu gründen, fanden ihren Abschluß im Jahr 1920. Zu den Männern der 1. Stunde, die sich um die Gründung des Schützenvereins verdient gemacht haben, gehörten: Richard Biermann, Robert Lust, Gustav Vogel, Fritz Greiner, Paul Weyreter, Karl Wirth, Karl und Johann Schupp, Friedrich Braz, Fritz Frank, Gottlob Rümmelin, Wilhelm Klotz, Paul Weller u.a. Die Liebe zum Schießsport und die Kameradschaft führte schon bald zum Bau einer Blockhütte mit Schießstand auf dem landschaftlich so schön gelegenen Buchhorn.Schon damals besuchte man zum Preisschießen die Vereine in Hall, Ottendorf, Gottwollshausen, Michelfeld u.a. und verlebte frohe Stunden im Kreise der gastgebenden Schützen. Der II. Weltkrieg unterbrach im Jahre 1939 dann jegliches Sportschießen. Nach Kriegsende wurde auf Beschluß des Kontrollrats -wie alle anderen- auch die Westheimer Schießanlage zerstört und das sportliche Schießen verboten. Den Alliierten erschienen selbst Luft- und Kleinkalibergewehre gefährlich.

1950

Erst Anfang der 50er Jahre wurde das sportliche Schießen wieder genehmigt. Der Sportverein Westheim war in dieser Zeit Träger aller zugelassenen Sportarten. Am 22.08.1952 wurde in Übereinkunft mit dem Sportverein (Herren Brand und Koch) und auf Initiative des Vereinskameraden Hans Weber im Cafe "Berghof" der Schützenverein Westheim in seiner alten Form wieder aufgebaut. Bereits nach einem Jahr, am 30.08.1953, konnte eine provisorische Schießanlage in Betrieb genommen werden. Der Verein zählte damals bereits 25 Mitglieder.In Anbetracht der Mitgliederzahl leistete die Schießanlage und das später im Jahr 1957 auf Betreiben des damaligen Vorstandes Ernst Kugel neuerbaute massive Schützenhaus lange Zeit gute Dienste. Umgebungsarbeiten, Anschaffung einiger Vereinsgewehre und automatische Schießanlagen belasteten die Finanzkraft des Vereins sehr stark, jedoch wurden mit der Gemeinde Grundstücksverhandlungen geführt, die am 27.10.1960 zum Abschluß kamen und somit die Grundlage für Kreditaufnahmen bildeten. Im Jahre 1958 konnte sich der Verein eine Königskette anschaffen. Alljährlich wird seit dieser Zeit ein Kleinkaliberschießen auf eine Königsscheibe durchgeführt und somit der Schützenkönig ermittelt. In dieser Zeit war Ernst Kugel der Motor in der Vereinsarbeit, vor allem in der Bautätigkeit wirkte er in unermüdlicher Weise. In der Zeit von 1956 bis 1971 hat er als 1. Vorstand immer wieder aufmunternd zum Erhalt und Gedeihen des Vereins in vorbildlicher Weise entscheidend beigetragen.

1960

Durch die steigende Mitgliederzahl und Gründung einer Pistolenabteilung , sah sich der Verein gezwungen, die Schießanlage zu erweitern und beschloß 1965 eine kombinierte Schieß- und Festhalle zu bauen. Im September 1966 konnte dann die Festhalle und die darin untergebrachten Schießstände (Pistole und Luftgewehr) im Rahmen eines Schützenfestes eingeweiht werden. Nach beendeter Bauzeit wurde das Schießen stärker forciert und es gelang dem Verein bei den Rundenkämpfen, Kreis-, Bezirks- und Landesmeisterschaften recht beachtliche Resultate zu erzielen. Damals nahm Eugen Scharpf als Pistolenschütze schon zweimal an den Deutschen Meisterschaften in Wiesbaden teil. Erwähnt werden soll auch, daß der "Dauerschütze" Paul Weyreter - dem Alter nach Seniorenklasse - im Wettkampf der Aktiven zweimal Schützenkönig und einmal Kreisschützenkönig wurde. Aber auch die damalige Damenmannschaft sowie die Jugendmannschaft erbrachten gute Resultate. Die Pistolenmannschaft konnte als eine der Besten im neugebildeten Schützenbezirk Hohenlohe gewertet werden.

1970

In der Jahreshauptversammlung 1971 gab Oberschützenmeister Ernst Kugel sein Amt in jüngere Hände ab. Neu gewählt wurde Helmut Murrweiss, der von nun an die Geschicke des Vereins lenkte. Als seine erste Tätigkeit konnte er dem scheidenden Oberschützenmeister einen Erinnerungstaler in Gold als Dank des Vereins überreichen. Für die vielen Jahre ehrenamtlicher Tätigkeit zum Wohle des Vereins wurde Ernst Kugel sen. zum Ehrenoberschützenmeister des Schützenvereins Westheim ernannt. Im gleichen Zeitraum wurde Heinrich Lenz, der 40 Jahre als Kreisoberschützenmeister fungierte, zum Kreisehrenoberschützenmeister ernannt. Bei der Standüberprüfung 1971 wurde, nachdem die Sicherheitsvorschriften erfüllt waren, vom Landratsamt die Freigabe für Vorderladerwaffen erteilt. Die folgenden Jahre waren zunächst durch eisernes Sparen gekennzeichnet, bis dann 1976 mit dem Anbau eines Standes für Luftdruckwaffen an das bestehende Schützenhaus begonnen wurde. Gleichzeitig führte dies zu einem kompletten Umbau des vorhandenen Vereinsheims. Stichworte wie Wasserleitung, Kläranlage, Zentralheizung sowie Strom- und Telefonanschluß umschreiben den Umfang der Arbeiten, die nach 2jähriger Bauzeit abgeschlossen werden konnten. 1300 Stunden ehrenamtlicher Arbeit leisteten die Mitglieder in dieser Zeit. Ebenfalls in diese Zeit fiel die Wette zwischen Wilhelm Rohrweck und Alfred Kurz die sich um die größte und einzige "Schiebung" in unserem Verein drehte. Während der Bauzeit spottete Alfred, daß er den Kies mit der Handkarre schneller beischaffen würde, als Wilhelm mit dem Lkw. Die Wette stand und Alfred Kurz startete am 1.10.1977, um 09.45 Uhr, bei der Firma "Rhenania" in Heilbronn mit 147 kg Kies in der Schubkarre in Richtung Westheim. Am ersten Tag legte er die Strecke bis Stock zurück, wo dann die Übernachtung erfolgte. Am Folgetag erreichte er dann unter dem Jubel der Vereinskameraden und der Westheimer Bürger das ersehnte Ziel nach einer Gesamtzeit (mit Übernachten) von 30 Stunden. Vorgabe war 48 Stunden. Diese Geschichte war Tagesgespräch in Presse und Rundfunk und brachte dem Gewinner Alfred Kurz die Ehre des Sieges und den Eintrag in das Buch der "Schwäbischen Rekorde" und dem Schützenverein den Wett-Ertrag in Form von 25 Tonnen Kies zum Weiterbau des Schützenhauses. In der Jahreshauptversammlung 1980 stellte OSM Murrweiss sein Amt nach 9jähriger Tätigkeit zur Wahl. Als sein Nachfolger wurde Kurt Gaukel gewählt.

1980

Das bisherige traditionelle Schützenfest führte der Verein 1982 erstmals in Form eines Vorderladerschießens durch und es wurde zu einem vollen Erfolg. Besonderer Wert wurde in dieser Zeit auf den Erwerb von Schießabzeichen gelegt, die von einer Vielzahl der Mitglieder erworben wurden. Ein 2tägiger Ausflug nach Bregenz förderte das Zusammengehörigkeitsgefühl innerhalb des Vereins. Doch es ging wieder nicht ohne Baumaßnahmen ab. Behördliche Auflagen machten es erforderlich, daß der Gewehrstand den neuen Sicherheitsbestimmungen angeglichen wurde. Durch eine Bausteinaktion wurde die Finanzierung des Umbaus gesichert. Im Zusammenhang mit diesen Arbeiten wurde gleichzeitig der Gewehrstand um 3 Schießbahnen erweitert und mit einer zusätzlichen Hochblende sowie einem Geschoßfangdach ausgerüstet. Nach dem erfolgten Umbau erfolgte die Freigabe des Standes für alle Langwaffen mit Bleigeschossen und dem weiteren forcieren des Vorderladerschießens stand nichts im Wege. Aufgrund vorhandenen Interesses wurde außerdem noch ein Sportbogenplatz eingerichtet. 1983 bot sich die Gelegenheit zum Kauf einer 30 Ar großen Wiese beim Schützenhaus, die glücklicherweise sofort ergriffen wurde und erfolgreich abgeschlossen werden konnte. Ohne diese Wiese könnten wir heute unsere Veranstaltungen nicht durchführen. 1985 gab Kurt Gaukel sein Amt ab. Zu seinem Nachfolger wurde Otto Beck gewählt. Es folgte nur eine kurze Zeit, in der wir uns ohne Baumaßnahmen dem sportlichen Schießen widmen konnten, als bereits wieder dunkle Wolken in Form von Sicherheitsauflagen in unserem nun rund 20jährigen Pistolenstand auftraten. Insbesondere der Wunsch zum Schießen mit großkalibrigen Waffen konnte ohne Veränderung der Sicherheitseinrichtungen nicht erfüllt werden. Es folgten Planungen und man war sich einig, daß bei einem Umbau dieser so ausgeführt werden sollte, daß auf Jahre hin keine Folgebauten erforderlich werden sollten. Nach Sicherstellung der Finanzierung konnte der Pistolenstand komplett erneuert und den jetzigen Sicherheits- und Schallschutzbestimmungen angepasst werden. Nach 2jähriger Bauzeit konnte der Schießstand in Betrieb genommen und am 26.08.1989 im Rahmen eines Festabends eingeweiht werden. Während der Umbauzeit fand 1988 die 1200-Jahr-Feier des Teilortes Westheim statt, an der sich der Schützenverein Westheim in Zusammenarbeit mit dem "Berghof-Racing-Team" mit der Organisation und Durchführung eines Open-Air-Festivals beteiligte. In der folgenden Jahreshauptversammlung gab Otto Beck nach 4jähriger Vorstandschaft sein Amt ab. Als Nachfolger wurde Lothar Winter gewählt. Die Größe unserer Anlage machte es erforderlich, das Vorhandene zu warten, pflegen und zu verbessern. Unsere Festhalle, die in die Jahre gekommen war, bedurfte der Renovierung. So wurde die Toilettenanlage und der Getränkeausschank komplett umgebaut. Der Zaun um die gesamte Schießanlage war zu erneuern. Mit einem neuen Außenanstrich der Halle wurden die Arbeiten abgeschlossen.

1990

Dem Trend folgend, wurden 1991 Spülmaschinen und Porzellangeschirr sowie Besteck gekauft, um künftig nicht mehr mit Plastikgeschirr arbeiten zu müssen. Dies war zwar zunächst ein finanzieller Aufwand, jedoch zugleich ein weiterer Beitrag des Vereins zum Umweltschutz, den unsere Gäste inzwischen würdigen. Als sich zeigte, daß die Hallenküche sowie die Elektroinstallation für größere Feste nicht mehr ausreichte, wurde die komplette Küche neu gebaut, umgestaltet und gleichzeitig die Elektroinstallation in der Halle auf den neuesten Stand gebracht. So ganz nebenher wurden noch der 10-m-Stand mit elektrischen Zuganlagen ausgerüstet und entspricht somit dem heutigen Standard. Der Schützenverein Westheim e.V. beging 1995 sein 75jähriges Gründungsjubiläum. Als Zeichen des Zusammenhalts und der Einigkeit haben wir uns zum Kauf einer Vereinsfahne entschlossen. Die Fahnenweihe erfolgte beim Festabend, der am 4. November 1995 in der Festhalle Westheim stattfandt. Im Blick auf kommende Baumaßnahmen, die zur Erfüllung behördlicher Auflagen erforderlich wurden, haben wir uns zu einer Spendenaktion entschlossen, um die neue Fahne unter größtmöglicher Schonung der Vereinskasse zu finanzieren. Die Durchführung übernahm unser Ehrenmitglied Walter Dell, der sich so stark engagierte, dass die Finanzierung komplett mit Spendengeldern erfolgen konnte.

2000

2001 und 2002 wurden umfangreiche Lärmschutzmaßnahmen am 25m-Stand durchgeführt. Der Stand entspricht jetzt nach dem aktuellen Gutachten den neuesten Anforderungen. Es dürfen nunmehr alle Kaliber ohne Einschränkungen geschossen werden, ohne dass Anwohner belästigt werden. Fast übergangslos wurde mit der Renovierung des Freisitzes und der Vereinsgaststätte begonnen. Beide wurden in den Rohbauzustand zurückgebaut und komplett erneuert. Bei dieser Gelegenheit wurde eine neue Wirtschaftstheke angeschafft und unsere Vereinsfahne erhielt einen eigenen Fahnenschrank. Von November 2002 bis Juli 2003 wurde dann der alte 50m-Stand abgerissen und neu gebaut. An seiner Stelle erstellten wir eine neue 50m-Anlage mit 8 Ständen (zwei mehr als vorher) nach den neuesten schieß-, lärmschutz- und umwelttechnischen Vorschriften. Wir haben nun eine der modernsten Anlagen in weitem Umkreis.

 

 

 

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